HG Butzko zu Gast bei der KürnacherKulturWerkstatt
„Dass er nicht nur spielen will“, wie sein Programm heißt, sondern aufrütteln und Denkanstöße geben will, machte HG Butzko von Anfang an klar. Butzko, der Erfinder des Kumpelkabaretts, ausgezeichnet mit allen bedeutenden Kleinkunstpreisen und dauerpräsent in Satiresendungen, spielte auch in Kürnach vor einem großen Publikum.
Prof. Dr. Alexander Schraml, 1. Vorsitzender der KürnacherKulturWerkstatt, begrüßte Butzko, der schon 2010 einmal in Kürnach auf der Bühne stand, herzlich und wies mit einem Augenzwinkern darauf hin, dass es mit Butzkos Karriere nach seinem Auftritt in Kürnach steil bergauf ging. Diesmal war auch das neu gegründete Netzwerk „Kultur nah dran“ mit von der Partie, denn das Kabarett mit Butzko ist gleichzeitig eine der Premiumveranstaltungen des Netzwerks (siehe auch www.kultur-nah-dran.de).
Die Welt ist aus den Fugen: Die einen sagen so, die anderen sagen so. Und der Rest fragt sich, ob das wirklich alles ist und wo man sich selbst positioniert. Immer häufiger scheint es nur noch „Schwarz oder Weiß“ zu geben und nichts mehr dazwischen. Jung gegen Alt, Stadt gegen Land, West gegen Ost, und immer Kopf gegen Wand. Doch Butzko versucht auch zu erklären und lenkt den Blick des Publikums auf eigene, sich immer verändernde Standpunkte: Wie war man mit 20, wie mit 40 und wie mit 60 – gar nicht davon zu reden, wie wir mit 80 sein werden!?
Butzko, der in Gelsenkirchen aufgewachsen ist, sagt von sich, dass er der lebende Beweis ist, dass auch ein Gelsenkirchener noch mit anderen Dingen unterhalten kann als mit Fußball. Er äußert seine Meinung und beleuchtet Zusammenhänge so, als würden sie „umme Ecke“ stattfinden, wirkt aber dabei nicht belehrend, sondern bleibt immer mit dem ganzen Publikum in Kontakt, bleibt immer menschlich, auch in scheinbar unmenschlichen Zeiten.
So war es mit HG Butzko ein herzerfrischender Abend, der den Witz eher in den Hintergrund und den Worthintersinn in den Vordergrund rückte.